Tag des traditionellen Handwerks
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am 15. Oktober 2017
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Bergbau in Marienberg

Marienberg bildet das Zentrum eines einst bedeutenden Bergbaureviers, das sich vom Zschopautal im Westen bis hin zum Pockautal im Osten erstreckte.

Im Süden und Südosten fand man Zinn-Wolfram-Vererzungen. Ihr wichtigstes Erzmineral ist Kupferkies. Untergeordnet traten auch Arsenkies, Bleiglanz, Zinkblende und Zinnstein auf. Der wichtigste Vererzungstyp im Marienberger Revier war die BiCoNiAg-Formation. Außer Kobalt- und Nickelerzen traten vor allem gediegen Wismut, gediegen Silber, Silberglanz, und Rotgültigerz auf.

Clemens Schiffel entdeckte 1519 den ersten Silbererzgang, womit die Bergbauaktivität rund um Marienberg ihren Anfang nahm. Ein Jahr später wurde ihm der Erbstollen „Fabian Sebastian Fundgrube“ verliehen.

Nach bescheidenen Erfolgen in den Anfangsjahren von 1524-1529, steigerte sich das Silberausbringen nach der bergmännischen Erschließung des Wildberges allmählich. Fortan wurden bergmännische Erfolge mit der Erschürfung des „Bauer Morgenganges“ und der „Reichen St. Barbara“ (1530) erzielt.

Hunte mit Erze gefüllt Sphalerit mit Chalkopyrit Zinnstein

Um 1540 war mit 270.384 Gulden Ausbeute vorerst der Höhepunkt der Bergbautätigkeit erreicht. Es bestanden zu diesem Zeitpunkt 559 Gruben, von denen etwa 20 Ausbeute erbrachten. Die bergbauliche Tätigkeit verlagerte sich um 1545 vom Wildsberg in den nordwestlichen Raum von Marienberg. So wurde am Stadtberg das Gegentrum des „Bauer Morgenganges“ aufgeschlossen. Die Anbrüche auf dem Kreuz dieses Ganges mit dem „Elisabeth Flachen“ erwiesen sich bald als die reichsten des gesamten Gebietes. So konnte das Silberausbringen von 12.835 Mark im Jahre 1543 auf 25.125 Mark im Jahr 1556 gesteigert werden.

Um in noch größeren Tiefen abbauen zu können, legte man den Reitzenhainer Kunst- und Zeuggraben an, der das benötigte Aufschlagwasser heranführte. So erreichte man auf dem „Elisabeth Flachen“ 1569 eine Tiefe von 230 Metern. Der Kunstschacht der Grube „Kaiser Heinrich“ erreichte im Jahr 1562 sogar eine Tiefe von 350m. Durch ein verheerendes Grubenunglück im Jahre 1614, kam jedoch diese Zeche zum Erliegen. Der Schacht brannte aus. das aufsteigende Wasser ersäufte alle Gruben bis zu einer Tiefe von 270m. Damit kam der Silberbergbau rund um die Stadt fast völlig zum Stillstand.

Quarz Fluorit

Nun wurde verstärkt Zinn- und Kupfererze abgebaut. Im Marienberger Revier wurden um 1620 wieder 256 Zechen gezählt. Doch der ersehnte Aufschwung kam erst mit der Einstellung des neuen Bergmeisters Friedrich Wilhelm Heinrich von Trebra im Jahre 1767. Er reformierte die Verwaltung des Bergamtes. Mit Hilfe des Kunstmeisters Johann Friedrich Mende führte er zudem zahlreiche technische Neuerungen in den Gruben des Reviers ein. Mit der Anlage von Getreidemagazinen, Anstellung eines Bergchirurgen und Lohnerhöhung verbesserte er auch die soziale Lage der Bergarbeiter. Als Kapitalgeber konnte er vor allem holländische Gewerke gewinnen. All diese Maßnahmen ließen die Silberausbeute von 133 Mark um 1750 auf 4.037 Mark im Jahre 1772 anwachsen.

Im 19. Jhd. konzentrierte sich der Silberbergbau hauptsächlichst auf den Stadtberg und das sog. Kiesholz. Doch als in Amerika reiche Silbervorkommen entdeckt wurden, sank der Silberpreis auf dem Weltmarkt enorm. Dies läutete den Niedergang des Silberbergbaus im gesamten Erzgebirge ein. Mit der Gründung der „Marienberger Silberbergbau AG“ im Jahre 1859 sollte die Wirtschaftlichkeit gesteigert und die Schließung der Zechen abgewendet werden. Doch als 1873 das Deutsche Kaiserreich die Goldwährung einführte, war jegliche Hoffnung auf eine neue Blütezeit des Silberbergbaus erloschen. Mit dem Wegfall staatlicher Zuschüsse musste 1904 auch die letzte noch in Betrieb befindliche Zeche „Tiefen Hilfe Gottes Stollen“ bei Wolkenstein ihren Betrieb einstellen.

Auf der Suche nach Uran für sowjetische Atombomben durch die „SDAG Wismut“ lebte der Marienberger Bergbau von 1947-1954 noch einmal kurz auf.

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