Stadtgründung durch Herzog Heinrich den Frommen

Die Stadtgeschichte

Reiche Silberfunde in den Jahren 1519 und 1520 bewogen Herzog Heinrich den Frommen, an dieser Stelle eine Stadt zu gründen. Am 27.04.1521 fertigte der Herzog die Gründungsurkunde aus. Der neuen Stadt gab er den Namen der heiligen Mutter Maria. Die Planung des Stadtbaus übernahm der Freiberger Bürgermeister, Arzt und Naturwissenschaftler Ulrich Rühlein von Calw. Dieser hatte schon die Stadtplanung des 1496 gegründeten Annaberg übernommen.

Mit dem Stadtbefreiungsbrief vom 19.12.1523 versah Herzog Heinrich Marienberg mit allerlei Privilegien. Die Handelsstrasse zwischen Leipzig und Prag wurde über Marienberg umgeleitet, was der Stadt zusätzliche Einnahmen bescherte. Im Jahre 1553 hatte Marienberg bereits 4.000 Einwohner und war damit die achtgrößte Stadt Sachsens.

Händler der Handelsstraße Leipzig-Prag wehrhafte Stadtmauer von Marienberg
Das 17. Jahrhundert brachte viel Leid und Elend über die Stadt. Nicht nur das die Erzvorkommen zur Neige gingen. Viel verheerender waren die großen Stadtbrände. Im Jahr 1610 branden über 550 Gebäuden ab, wodurch fast die ganze Stadt zerstört war. 1684 wurden etwa 155 Gebäude ein Raub der Flammen. Am 31. August 1632 erreichte der Dreißigjährige Krieg auch Marienberg. Die Truppen von Generalwachtmeister Holck plünderten und brandschatzten in der Stadt 11 Tage lang. Die Pest in den Jahren 1632/33 raffte über 2.000 Menschen danieder.

1753 wurde Marienberg Garnisonsstadt der Sächsischen Kavallerie.

Von 1767 bis 1779 wirkte Heinrich von Trebra als Marienberger Bergmeister. Ihm ist es zu verdanken, das der Bergbau in Marienberg am Ende des 18. Jhd. wiederbelebt wurde. Im Jahr 1813 wurde die Stadt Etappenort der gegen Napoleon verbündeten Hauptarmeen. Vom 22. August bis Ende des Jahres 1813 marschierten annähernd 1 Million Mann durch Marienberg. Der Gasthof „Zum Goldenen Kreuz“ (heute Annaberger Str.) wurde Hauptquartier der russischen und österreichischen Monarchen, sowie des russischen Fürsten und späteren Generalgouverneurs von Sachsen A.J. Repnin.

Nach erneuten Rückgang des Bergbaus setzte Mitte des 19. Jhd. die Industrialisierung ein. In den Vororten entwickelte sich die Holzindustrie als wichtiger Wirtschaftsfaktor. 1868 wurde die erste Telegraphenstation errichtet. Im Jahr 1875 wurde Marienberg, durch den Bau der Linie Pockau-Reitzenhain, an das Eisenbahnnetz angeschlossen.

Während der beiden Weltkriege blieb die Stadt fast völlig verschont. Am 8. Mai 1945 besetzte die Sowjetarmee die Stadt. Marienberg gehört fortan zur sowjetischen Besatzungszone, aus der sich 1949 die Deutsche Demokratische Republik gründet.

Von 1970 bis 1972 wurde das Federnwerk gebaut. Das Werk ist heute noch wichtigster Arbeitgeber in Marienberg. 1975 wurde mit dem Bau des Wohngebietes „Mühlberg“ begonnen. Am 7. November 1977 wurde die Kreispoliklinik übergeben. 1980 wird in Marienberg das Kabelfernsehen eingeführt.

Nach der politischen Wende fand am 6. Juni 1990 die konstituierende Sitzung der Stadtverordnetenversammlung statt. Am 13. Juli 1992 wurde mit dem Bau des ersten Gewerbegebietes „Vor der Stadt“ begonnen. Mitte der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts erfolgten Eingemeindungen von angrenzenden Dörfern. (zum 1.1. 1994 Lauta, zum 1.1. 1996 Niederlauterstein, zum 1.1. 1998 Lauterbach)

 

Am 5. Dezember 1997 wurde das Erlebnisbad „Aqua Marien“ eröffnet.

1999 - Überschwemmung von Straßen Jahrtausendhochwasser 1999

Am 5. Juli 1999 ging ein Unwetter mit 160 l/qm Regen auf Marienberg nieder. Dies führte zu den verheerendsten Überschwemmungen in der Stadtgeschichte. Straßen und Schienen wurden weggespült und sogar Häuser stürzten ein. Es entstanden Schäden in mehrfacher Millionenhöhe. Das Jahrtausendhochwasser im August 2002, das in ganz Sachsen die größte Naturkatastrophe seit Siedlungsbeginn darstellt, traf die Stadt dagegen nicht ganz so schlimm.

 

Zum 1. Januar 2003 wird die Gemeinde Hirtstein, bestehend aus den Ortsteilen Satzung, Reitzenhain, Kühnhaide und Rübenau eingemeindet. Dadurch wächst die Bevölkerung um ca. 2.900 Einwohner.

Nachdem im September 2004 Marienberg den Zuschlag für die Ausrichtung des „15. Tag der Sachsen“ erhielt, konnten zahlreiche Bauprojekte verwirklicht werden. So wurde das Bergmagazin saniert und am 30. April 2006 als Museum „Sächsisch-Böhmisches Erzgebirge“ eröffnet. Wenige Wochen später (am 24. Juni 2006) öffnete der nachgebaute Pferdegöpel im Ortsteil Lauta mit dem Besucherbergwerk Rudolphschacht.

Vom 1. bis 3. September 2006 fand der Tag der Sachsen in Marienberg statt. Bei bewölktem, aber warmen und überwiegend trockenem Wetter besuchten ca. 280.000 Menschen die Festveranstaltungen.

Tag der Sachsen vom 1. -3. September 2006

Durch den zunehmenden Verkehr, vor allem über die B174 in Richtung Tschechien, stand Marienberg Anfang des 3. Jahrtausends kurz vor einem Verkehrskollaps. Zahlreiche Bürgerproteste führten zur Planung und Umsetzung einer großräumigen Ortsumgehung. Diese wurde am 22. November 2007 für den Verkehr freigegeben.

Durch die sächsische Kreisgebietsreform wurden zum 1. August 2008 die Landkreise: Mittleres Erzgebirge, Annaberg, Aue-Schwarzenberg und Stollberg zum neu gebildeten Erzgebirgskreis zusammengelegt. Marienberg muss dadurch den Kreissitz an Annaberg Buchholz abtreten und wird „Große Kreisstadt“.

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